Mehr als ein Bauer kann ein Mensch nicht werden

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Zum dritten Mal hat der Bittgottesdienst in der Wallfahrtskirche St. Georg auf dem Auerberg stattgefunden. Umrahmt vom Burggener Landfrauenchor unter der Leitung von Maria Kopp und den Nordhangmannen hatte Pfarrer Rainer Remmele wieder prägnante Worte gefunden. Die Predigt kann heruntergeladen werden.

KLB Augsburg Mitglied im Bündnis "Genfrei"

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Die KLB Augsburg wirkt mit im Bündnisfür die gentechnikfreie Region Augsburg Stadt und Land. Es hat zum Ziel, den Landkreis und die Stadt Augsburg in Anbau und Fütterung gentechnikfrei zu machen, solidarisches Handeln von Landwirten und Verbrauchern zu fördern und zu informieren. Darüber hinaus sollen Patente auf Leben verhindert werden.

Gentechnikfreie Regionen

  • schützen Umwelt und Menschen vor den Risiken der Gentechnik;
  • erhalten die bäuerliche Unabhängigkeit, den Wert des Bodens und die biologische Vielfalt
  • verhindern Konflikte zwischen Nachbarn.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des BÜndnisses "Augsburg genfrei"

Perca Schmeisser beim Bündnis "Gentechnikfreie Region Augsburg"

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„Wir hatten ja schon kräftig geworben, aber dass die große Schwarzachhalle in Gessertshausen bis auf den letzten verfügbaren Stuhl besetzt war und auch auf den Asamhof in Kissing mehr als doppelt soviel Bauern und Verbraucher kamen wie erwartet“, sagte die Sprecherin des jungen Bündnisses für eine gentechnikfreie Region Augsburg Stadt und Land.

Der Asamhof bietet der Region mit seiner Aufbereitungsanlage und dem Vertragsanbau zum heimischen Soja eine regionale Alternative zum Import gentechnisch veränderter Futtermittel. Denn mehr als 80 % der weltweit angebauten Gentechnik-Pflanzen landen im Futtertrog und damit in unseren Milch- und Fleischprodukten. Noch immer besteht keine Kennzeichnungspflicht, wenn die Tiere GVO-Futter bekommen haben - ein klarer Sieg der Gentechniklobby über die Wahlfreiheit der Verbraucher.
Die Abendveranstaltung in Gessertshausen begann mit der Vorstellung der örtlichen Bündnispartner, bevor Percy Schmeiser seinen langjährigen und letztlich erfolgreichen Rechtsstreit um Auskreuzung und Haftung gegen den Agrarkonzern Monsanto schilderte. Mit Knebelverträgen – wer das Saatgut kauft, muss auch Round-Up, das vom Konzern vertriebene Totalherbizid kaufen, werden die Bauern in eine lückenlose Abhängigkeit gebracht. Dabei gehe es dem Konzern nicht nur um Profit, sondern letztlich um die Kontrolle über die Welternährung. Die Landwirte werden zum Denunziantentum ermuntert: wer den Verdacht hege, dass sein Nachbar Monsanto-Saatgut ohne Lizenzgebühren nachbaue, solle dies unverzüglich dem Konzern melden. „Wir verdanken Monsanto eine neue Kultur der Angst“ so Schmeiser. In Canada ist seit 1996 die Kontamination so weit fortgeschritten, dass bei diesen Nutzpflanzenarten kaum noch GVO-freie Ware zur Verfügung stehe. Der Exportmarkt für Honig ist praktisch zusammengebrochen. Eindringlich appellierte er an die Zuhörer, alles zu tun, damit hier in Europa nicht dasselbe passiere. 
Um dies zu verhindern, hat sich für die Region Augsburg ein breites Bündnis von Verbänden und NGOs zusammengeschlossen, das von der Landwirtschaft bis zum Verbraucher alle gesellschaftlichen Gruppen, auch die KLB Augsburg, umfasst. Ziel des Bündnis ist eine gentechnikfreie Region im Anbau und der Fütterung.
Das Bündnis setzt seine Aktivitäten mit weiteren Veranstaltungen fort. Für Vernetzung und Erfahrungsaustausch ist ein Treffen mit den anderen schwäbischen Initiativen geplant.
Andrea Elisabeth Eiter

KLB-Bundesversammlung verabschiedet Positionen zur öko-sozialen Landwirtschaft

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Vom Münsterland bis ins Allgäu: welche Position vertritt die KLB in Sachen Landwirtschaft?

Nach langem Ringen verabschiedeten die 70 Delegierten der KLB-Bundesversammlung eine Stellungnahme zur öko-sozialen Landwirtschaft. In Anbetracht der  Bandbreite an Betriebsgrößen und -strukturen im Verband ist dies ein erster Schritt. Auch wenn die Positionen einigen Delegierten nicht weit genug gingen - manche sprachen von einem "zahnlosen Tiger" - können sie jetzt ausgefeilt und mit Fleisch gefüllt werden, wie der Münsteraner KLB-Referent Uli Oskampf sagte. Die Position im Wortlaut finden Sie hier:

"Ausgehend vom Milchmarkt fordert die KLB neue Rahmenbedingungen für die Märkte für landwirtschaftliche Produkte. Die Zukunft der EU-Agrarpolitik darf nicht in einer Rückkehr zu nationalen Lösungen liegen. Die Grundlage für die Europäische Gemeinschaft war in den 50iger Jahren die gemeinsame Agrarpolitik. Nur eine gemeinsame europäische Politik sichert dauerhaft den Frieden in Europa. Dies gilt auch für die Agrarpolitik.

Dahingehend müssen Regeln und Ordnungsrahmen immer wieder an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden.
Die Katholische Landvolkbewegung setzt sich in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft hin zu einer ökosozialen Marktwirtschaft ein. Die vorgegebenen Rahmenbedingungen sind entscheidend dafür, ob Markt und Wettbewerb das Richtige oder das Falsche bewirken. Marktfundamentalismus und Marktliberalismus lehnen wir ab. Die zukunftsweisende Alternative liegt in der ökosozialen Marktwirtschaft mit ihren zentralen Elementen sozialer Ausgleich und ökologische Nachhaltigkeit. Lösungen sind auf der Basis der folgenden Aspekte/Forderungen zu suchen:
  • POLITIK:Die praktischen Umsetzungsmaßnahmen einer ökologisch orientierten sozialen Marktwirtschaft und Landwirtschaft können ungemein vielfältig sein, angefangen von der Abgeltung von Umweltleistungen durch die Landwirtschaft bis zu verbindlichen Vorschriften für die Agrarproduktion, von Förderungsmaßnahmen für den Einsatz von erneuerbarer Energie, von der Förderung einer energiesparenden Bauweise bis zur Waren- und Lebensmittelkennzeichnung hinsichtlich einer umweltgerechten Produktion, usw. Ökosoziale Regeln müssen in ganz Europa verbindlich gelten und sind im internationalen Wettbewerb mit Drittstaaten einzufordern. (Quelle: Lehrbrief 8.1.3 S.2. Internetschule der Landwirtschaft)
  • Exportsubventionen können zwar kurzfristig die heimischen Märkte entlasten, langfristig zerstören sie jedoch die Märkte insbesondere der Kleinbauern in den Ländern des Südens. Wir lehnen diese Art der Problemlösung grundsätzlich ab, da sich internationale Warenströme nicht wirksam kontrollieren lassen.
  •  VERBRAUCHER:Nicht nur Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis bestimmen den Preis für landwirtschaftliche Produkte. Lebensmittel werden zunehmend im Konkurrenzkampf unter den Lebensmitteldiscountern zu Dumpingpreisen angeboten und damit im Bewusstsein des Verbrauchers entwertet. Hier ist die Macht und Verantwortung des Verbrauchers nicht zu unterschätzen. Die Verbraucher müssen sich fragen, welchen Stellenwert ein hochwertiges Lebensmittel aus der Region hat und welchen Preis sie dafür bereit sind zu bezahlen.. Massives Höfesterben und Intensivierung durch dauerhaft niedrige Preise führen zu stark veränderten Landschaftsbildern und zu Verlusten an Kultur und Lebensqualität in den ländlichen Räumen. Solidarität mit den Bauern ist somit für die Verbraucher von Vorteil.
  • Glaubwürdige Markenprogramme mit nachprüfbaren Kriterien wie Herkunft und Produktionsmethode sind zu unterstützen und anzuerkennen.
  • LANDWIRTSCHAFT: Solidarität braucht es auch unter den Landwirten, damit sie nicht zum Spielball von Lebensmittelketten und Discountern werden. So tragen die Landwirte für die jetzige Situation im Milchbereich eine Mitverantwortung. Insbesondere genossenschaftliche Molkereien und Erzeugergemeinschaften sollten sich dieser unternehmerischen Verantwortung stellen und gemeinsame Strategien für Produktion und Vermarktung von Milchprodukten entwickeln.
  • Der Klimawandel fordert auch die Landwirtschaft heraus. Dabei kann gerade diese Branche zum Ausgleich beitragen. Eine einseitige Intensivierung darf jedoch nicht die Lösung dieses globalen Problems sein.
  • Landwirte erzeugen lebensnotwendige Grundnahrungsmittel, die im Wettbewerb nur in einem verlässlichen Ordnungsrahmen produziert werden können, der ihnen Zukunftsperspektiven bietet. Insbesondere naturräumliche Besonderheiten sind bei staatlichen Begleitprogrammen zu berücksichtigen.
  • Strukturwandel wird es immer geben. Diesen gilt es jedoch sozialverträglich zu gestalten und durch entsprechende Beratungsangebote zu begleiten. Ausstiegshilfen und Vorruhestandprogramme sind genauso wichtig wie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der verbleibenden Landwirte. Allerdings finden junge Menschen außerhalb der Landwirtschaft nur über die Stärkung der Wirtschaftskraft der Ländlichen Räume Perspektiven und Alternativen
Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen über die Rahmenbedingungen für die EU – Agrarpolitik nach 2013 können unsere Forderungen für den Milchmarkt beispielhaft sein für alle anderen landwirtschaftlichen Produkte und zum Erhalt lebenswerter ländlicher Räume beitragen."
 
Würzburg, den 24. April 2010                    KLB Bundesversammlung
Antragsteller: Bundesarbeitskreis Landwirtschaft, Umwelt, Raumordnung (LUR)

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