Diözesane Eröffnung der MISEREOR-Aktion

Mittwoch, 14. März 2018

„Heute schon die Welt verändert?“ Diözesane Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion in Erkheim

 

Wie vielfältig und bunt die „Eine Welt“ inzwischen ist, zeigte die diözesane Eröffnung der 60. Misereor Fastenaktion am 4. März 2018 in Erkheim. Die Fastenaktion steht dieses Jahr unter dem Thema „Heute schon die Welt verändert?“

„Jeder kann ein Stück dazu beitragen, dass keiner zurückbleibt“: so begrüßte Festprediger Monsignore Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, die Gemeinde in der gedrängt vollen Kirche Maria Himmelfahrt.

Indien stand im Mittelpunkt der diesjährigen Fastenaktion. Pirmin Spiegel erklärte, das Land habe eine Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen, jeden Monat komme eine Million junger Menschen auf den Arbeitsmarkt. Es sei ein riesiges Potential, das in 20 Jahren unsere Welt immens mitpräge. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liege bei 26 Jahren. 400 Millionen Menschen hätten nur einmal am Tag zu essen. Innerhalb des Landes gebe es große Unterschiede.

Eine der ärmsten Regionen beleuchtete Schwester Dorothy Gabriel Fernandes. Vor 20 Jahren begann sie in der Stadt Patna im Bundesstaat Bhiar den Kampf gegen die Armut und begann ein Hilfsprojekt mit einem kostenlosen Schulprogramm. Jährlich bildet ihr 35köpfiges Team 200 Kinder und Erwachsene aus. „Viele kennen ihre Rechte nicht, können nicht schreiben und lesen“. Hier setzt Schwester Fernandes an. Damit Tagelöhner um ihre Stundenlöhne nicht geprellt werden, lehrt sie sie, Stundenzettel zu führen. „Die Arbeitgeber merken, dass wir uns um die Menschen kümmern und auch vor Gericht gehen“, schildert die 64jährige. „Mit der Unterstützung von Misereor schaffen wir es, Menschen Stimme und Kraft zu geben, die keine Stimme haben“.

Helfen, heißt Für Father Anthony Ray, dem Leiter von Kolping Indien, heißt helfen teilen. In seinen Projekten sollen sich die Menschen gegenseitig stützen. Kolping bringt ihnen Milchkühe, die sie dann für ihren Lebensunterhalt verwenden können. Außerdem bauen sie Toiletten und sichern die Gesundheit der Bevölkerung. Verbändereferent Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker fasste zusammen: „Als Menschheit und Christenheit zur Einheit werden, das geht nur über das Band der Solidarität.“ Viele Schwestern und Geistliche aus Indien seien bei uns im kirchlichen Dienst.

In einem mit vielen Fahnen und Bannern geschmückten Festzug gingen die Kirchenbesucher mit der Musikkapelle Erkheim zur Festhalle, wo bereits duftende indische Gerichte, von der KAB zubereitet, auf die Besucher warteten.

Josef Diebolder, KLB Ottobeuren