Landvolk
Bewegung

22.01.2010
Grüner Flair im winterlichen Berlin
Soviel Landwirtschaft bekommt die Hauptstadt Berlin nur einmal im Jahr zu sehen, nämlich während der Internationalen Grünen Woche im Januar in Berlin. Die KLB Augsburg war dieses Mal mit einem Stand dabei.
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| KLB-Frau Gabriele Braun am ökologischen Fußabdruckrechner |
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| Nach drei Stunden Messerundgang kam Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Kirchenstand vorbei. Für eine Debatte zum Fleischkonsum blieb keine Zeit, aber KLB-Vorsitzender Marcus Öfele konnte ihr unser Anliegen flüstern. |
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| Milch und Fleisch waren die Themen der Auseinandersetzung mit Bauernpräsident Sonnleitner. Leider will er die Kirchen nicht richtig ernst nehmen. |
Neun Vertreter/-innen der KLB Augsburg gewährleisteten die Standbesetzung und stellten sich mit viel Mut und Motivation dem Messetrubel. In einer unüberschaubaren Vielfalt von Ausstellern, Kühen, Traktoren, Marktständen steht ein moderner Kirchturm als Zeichen und betretbarer Raum mitten im Erlebnisbauernhof. So manche politische und bäuerliche Prominenz ließ sich blicken und sogar auf kritische Diskussionen ein. Mit einem ökologischen Fußabdruckrechner führte das Standpersonal den Messebesuchern vor Augen, dass sie auf zu großem Fuße leben. Aber der Klimawandel fordert alle Branchen und Bereiche von Wirtschaft und Privatleben heraus und zur Anpassung auf. Nichts geringeres als das Überleben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel. Keine Frage also, dass die Kirchen und das Landvolk (der Stand wurde vom evangelischen Ausschuss der Dienste auf dem Lande mitgetragen) im Namen der Gerechtigkeit für nachhaltige Lebensstile stark machen. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner will das noch nicht richtig wahrhaben. "Gerechtigkeit ist relativ", sagte er am Kirchenstand und mochte sich auf eine Fleischreduktionsdebatte gar nicht einlassen. Ministerin Ilse Aigner rauschte auch kurz vorbei, eine halbe Minute Aufmerksamkeit für das Anliegen der KLB war immerhin drin. Und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Harry Carstensen wusste auch gleich die Kirchen bei ihrer ablehnenden Einstellung zur Gentechnik zu packen. Sagte er auf plattdeutsch und war schon wieder weg.
Auch viele Landvolkmitglieder, mit Bussen oder Flieger angereist, schauten am KLB-Stand vorbei. "Toll, dass ihr das ökumenisch macht! Es ist höchste Zeit, dass wir da mehr zusammenarbeiten an der Basis", sagte eine ältere Dame, die vor 45 Jahren am Petersberg von P. Hugolin auf die Ökumene eingschworen wurde. Dass klimafreundliches Handeln überfällig ist, wurde von Marianne Reisacher bestätigt. Sie engagierte schwupps Teile der Ausstellung für ein Frauenfrühstück zu Beginn der Fastenzeit.