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21.04.2010

Kirchenpfleger holen sich Tipps und schöpfen Hoffnung

„Berufen zur Verantwortung“ hieß das diesjährige Motto des Kirchenpfleger-Seminars, zu dem 60 Männer und Frauen aus dem gesamten Bereich der Diözese Augsburg zur Landvolkshochschule Wies gekommen waren. Ähnlich wie die Wolke nach dem Vulkanausbruch in Island ihre Schatten über Nordeuropa gelegt hat, so sei auch die Kirche momentan von „undurchsichtigen“ Zeiten überschattet. Umso mehr gelte es, auf die österliche Hoffnung zu setzen, wie Landvolkpfarrer Rainer Remmele in seiner Predigt die Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger ermutigte.

Freudig motiviert nahmen die Vertreter/-innen der Kirchenverwaltungen die Referate von Umweltsekretär Markus Schweizer und Regionaldekan Peter Brummer ((von links, rechts vom Bild) an.

Zuvor gab es aber von drei Mitarbeitern der Bischöflichen Finanzkammer ganz konkrete Tipps und Anregungen für den Kirchenverwaltungsalltag: Johannes Krammer informierte über Grundsätze und Möglichkeiten bei Aus- und Sonderzahlungen. Martin Jahn referierte aus dem Bereich der Kindertagesstätten u.a. über die Biostoffverordnung und dessen Auswirkung auf das Beschäftigungsverhältnis von Schwangeren. Peter Kindermann schließlich klärte über den rechtmäßigen Umgang mit textlichen oder bildlichen Vorlagen auf, was z.B. bei der Veröffentlichung von Pfarrbriefen zu beachten sei.

Nach dem nächtlichen Fachaustausch im Bierstüberl, ging es auch am Samstagvormittag um Berufung und um Verantwortung. Regionaldekan Peter Brummer und der Eichstätter Umweltsekretär Markus Schweizer lenkten den Blick auf die uns Menschen anvertraute Schöpfung und die Herausforderungen, vor denen wir aufgrund des Klimawandels stehen. Es gehe darum, „die Erde mit Leidenschaft zu lieben“, wie es bereits bei einem Landjugendtreffen im Jahr 1977 in Tapfheim formuliert wurde und welches den Tutzinger Pfarrer bis heute umtreibt. Markus Schweizer beleuchtete an einigen Rechenbeispielen, dass an einer CO 2- Reduzierung kein Weg vorbei führt. So könne eine 100-jährige Fichte in ihrem ganzen Leben nur so viel Kohlendioxid binden, wie ein 5-Liter-Auto bei 10.000 km Fahrleistung schon in einem einzigen Jahr freisetzt. Um den Klimawandel zu stoppen, ist mehr notwendig, als Bäume zu pflanzen. An den Beispielen Strom, Büropapiereinkauf und Heizung zeigte der Referent auf, was Kirchenverwaltungen konkret tun können. Weil man letztlich auf 100 % regenerative Energie kommen müsse, empfahl der kirchliche Umweltbeauftragte, schon heute Stromanbieter zu wählen, die diesem Ziel am nächsten kommen. Falls Mehrkosten entstehen, können diese durch Einsparungen oder durch entsprechende Aktionen kompensiert werden. Eine Info-Mappe mit bereits erfolgten Maßnahmen im Bistumsgebiet veranschaulichte die Möglichkeiten. Erfahrungen aus der Nachbardiözese Eichstätt zeigen, dass sich der Energieverbrauch fast überall um 10 % senken lasse. „Wer zieht den Stecker, wenn der Kühlschrank im Pfarrheim dauerhaft läuft, obwohl er nur zu bestimmten Anlässen gebraucht wird?“ fragte er in die Runde. In der Diskussion bestätigten einige Kirchenverwaltungsmitglieder, dass sie in ihren kirchlichen Gebäuden bereits entsprechende Änderungen vorgenommen haben.

Pfarrer Brummer verwies auf die Vorbildfunktion der Kirche. Viele Menschen haben das Bild einer rückständigen Kirche. Deshalb sei es um so wertvoller, wo es gelingt, ein mutiges Zeichen für die Zukunft zu setzen. Auch in der Kooperation mit nicht-kirchlichen Umweltaktivisten hat er in seiner Tutzinger Pfarrei gute Erfahrungen gemacht. Weil wir Christen an das große Ja Gottes zur Schöpfung glauben, müssen wir nicht die ganze Welt retten, so die beiden Referenten, doch jeder Einzelne von uns und jede noch so kleine Kirchenstiftung habe Handlungsmöglichkeiten und darum gehe es.

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