Vergebung als Befreiung

Dienstag, 10. April 2018

Vergebung als Befreiung

Beim religiösen Bildungstag der Katholischen Landvolkgemeinschaft im Dekanat Sonthofen sprach im Jugendhaus Elias Salesianer-Pater Rainer Reitmaier aus München zum Thema "Vergebung als Befreiung". Dabei ging er auch der Frage nach: "Wann Versuchung, wann Verführung?" Karl Rahner sagte einmal: "Versuchung ist Anreiz zu Sünde". Luther stellte fest: "Anfechtungen sind Umarmungen Gottes". Der Mensch entscheidet zwischen Gut und Böse. Prüfung bewirkt Ausdauer, so steht es im Jakobus-Brief. Als Vorbild gilt auch Abraham, als er seinen Sohn Isaak opfern sollte. Glücklich, wer in der Versuchung standhaft bleibt. Prüfung durch Gott stellt Treue auf die Probe. Gott führt durch die Versuchung, nicht in die Versuchung. Zur Zeit besteht eine Diskussion wegen Änderung dieser Vaterunser-Bitte. Was gibt es für Gottesbilder: Den Buchhalter oder den Richter? Gott geht mit: Er ist der barmherzige Vater. Das eigene Gottesbild anderen überstülpen geht nicht. Der Mensch soll seine eigene Identität herausfinden, soll der Versuchung nicht gleich nachgeben, sondern anschauen, was Gott von ihm will. Jesus hat gemacht, was Gott von ihm wollte. Er hätte auch seine Macht zeigen können z. B. bei der Brotvermehrung, beim Einzug in Jerusalem, im Garten Getshemane. Der Mensch sollte über den Sinn des Lebens nachdenken, denn Gott will sein Bestes. Der Versucher führt von Gott weg. Der Mensch sollte Kraft holen zum Verzeihen. Wie kommt er dazu? Er sollte sich selbst gegenüber barmherzig sein, dann kann er auch seinem Feind verzeihen. Das ist hohe Tugend, wenn er sich annimmt wie er ist. der Mensch sollte in sich hineinschauen wo seine Schwächen und Anfechtungen sind, seinen inneren Antreiber anschauen. Perfekt sein wollen, könne abhängig machen. Er sollte sich nicht mit anderen vergleichen, sondern eine Liste erstellen mit Können und Nichtkönnen und sich mit den liebenden Augen Gottes anschauen und sich in seiner Hand geborgen fühlen.

Anneliese Kögel, KLB Sonthofen