Aktion Gebtsnetz in Klosterbeuren

Dienstag, 7. September 2021

Ein Regenbogen ist Bunt. Aus diesen Buchstaben bildete die Referentin Karina Till Begriffe, wie Urgrund und Time, als Bilder für die Dimension der Farben.

Sich entdecken in den Farben des Regenbogens stand im Mittelpunkt der „Aktion Gebetsnetz“ in Klosterbeuren. Die katholische Landvolkbewegung Ottobeuren-Babenhausen hält jährlich diese Aktion, in einem Netz die Dekanate zu verbinden. Als Knotenpunkt dienen dazu ihr Patron „Bruder Klaus und Ehefrau Dorothee“ als Ausgangspunkte. In diesem Jahr machte der viele Regen von sich reden. Denn Karina Till nützte ihren bunten Schirm zum Arbeitsweg und wurde prompt auf die aktuelle Symbolik (Gleichgeschlechtlichkeit) des Regenbogens angesprochen. Im christlichen Sinn steht der Regenbogen als Verbindung zwischen Himmel und Erde. Er gilt auch als Bild für Harmonie, Ganzheit und Einheit mit der Natur. Im biblischen Sinn beinhaltet der Regenbogen die Grundlagen des jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens; nämlich wie Gott nach der Sintflut mit Noah einen Friedensbund am Himmel schließt (1.Mose 9,12/13 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde). Ein Regenbogen entsteht oft nach einem Gewitterregen, wenn dann die Sonne in die noch fallenden Tropfen strahlt. Die Sonne im Rücken, können Betrachtende eine Lichtbrechung erleben. Das helle Sonnenlicht wird in seine Farben aufgeteilt von Rot über Orange, Gelb, Grün bis zum Blau und Violett. Ein weiter Regenbogen lässt Karina Till auch „weiterdenken“. Die Farben wecken in jedem andere Gefühle und Gedanken, begann sie die Aktion Gebetsnetz. In prägnanten Worten schilderten die Teilnehmenden ihre Gedankenverknüpfungen. Aus Rot wurde „Feuer, Verletzung, Verbot, Gefahr und Liebe“ abgeleitet. Orange stand für „Frucht, Fröhlichkeit, Wärme, Rettungsdienst oder Karotte“. Gelb bildete ein Bild für „Ampel, Sonne, Sterne, Mond, Sommer, Bienenwachs, Zitronen und Süden. Aus Grün wurden „Wald, Gras, Natur, Hoffnung, Wachstum“ abgeleitet. Blau sprach in Assoziationen zu „Frost, Meer, Schwimmen, Himmel, Unendlichkeit, Blaues Allgäu und Dämmerung“ die Besuchenden an. Erst der „bunte Farbenmix“ oder mehrere Farben miteinander würden das Leben bereichern, schilderte Karina Till. Eine Farbe für sich bringe wenig Leuchtkraft. Ebenso bräuchten Menschen, wenn sie etwa traurig seien, einen Anteil Freude hinzu. Das erweitere im Leben den Horizont, mache es weit. Der Regenbogen weise auf die Verbindung zu Gott hin, auf einen Urgrund. Ebenso wie der Regenbogen nie greifbar werde, sei auch die Gottesbeziehung. Gott wolle mit dem Regenbogen zeigen, „wir sollen ein buntes Leben haben“. Das Schwarz des Todes brauche lichtweiße Hoffnung. Aus dem Braun der Erde komme Beständigkeit. Das Violett solle Buße, Umkehr und Neubeginn auslösen. Grün schenke Hoffnung, selbst in Resignation und Ausweglosigkeit. Blau helfe im Glauben, das Leben zu finden. Gelb schenke in Dunkelheiten Kraft und Rot lasse liebevoll davon austeilen. Goldene Farben bilden für Karina Till, Kostbares ab. Ein wenig von all den Farben mache das Leben prächtiger und leichter.

Josef Diebolder