"Unser Boden – unser Erbe" - Kinoabend der KLB Marktoberdorf

Kinobesitzerin Monika Schubert mit Wolfgang Ruhland, 1. Vorsitzenden der KLB Marktoberdorf, bei der anschließenden Diskussionsrunde
21.11.2022 | "Unser Boden – unser Erbe" - Kinoabend der KLB Marktoberdorf

Bereits eine 20 cm tiefe krümelige luftdurchlässige Humusschicht ist  in der Lage ist 100 Liter/qm  bei Starkregen aufzunehmen. Das erfuhr er bei einem Ernteeinsatz als  Erntehelfer bei einem Freund   und das stimmte ihn mehr als nachdenklich.   Umweltwissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker der im Film zu Wort kommt, spricht gar von einer tiefen philosophischen Krise, weil sich vieles im Verlauf der Jahrhunderte verändert hat.

Drei  Zahlen im Film rütteln  auf. Weltweit gehen jährlich 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren, ein  Landwirt ernährt mittlerweile 140 Menschen. Diese Zahl hat sich seit 1960 verachtfacht, die fortschreitende Technik macht vieles möglich. Die FAO wiederum weist daraufhin, dass der Boden nur mehr 70 Jahren der Ausbeutung standhalten kann. Achim Heitmann, Biolandwirt und Protagonist im Film, kann nicht verstehen, dass der Mensch in der Stadt  sowenig Existenzängste hat, obwohl er doch abhängig vom Boden ist.  Im Filmablauf, der zwar sehr stark die biologische Landwirtschaft forciert kam jedoch  auch die Aussage eines konventionell wirtschaftenden Landwirtes zum Ausdruck,  der erklärte, dass die Landwirtschaft keine Landwirtschaft gegen den Willen der Gesellschaft sein kann.

Die sich anschließende Diskussion zeigte dann ebenfalls auf, welch schweren Standpunkt die biologische Landwirtschaft  hat und die Unterschiede zu vielen  konventionell wirtschaftenden Betrieben im Grünlandgebiet sehr gering sind. „Wir wissen dass wir von und mit unserem Boden als unserer Lebensgrundlage  sorgsam umgehen müssen und danach handeln wir auch, da macht die Bewirtschaftungsweise keinen Unterschied,  erklärte zusammenfassend  eine anwesende Bäuerin.

Perpetua Zwick