Benefizkonzert in Memmingerberg

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Die Freiheit und Lebensfreude im Reisen und Singen verbindet den Chor96. Im Benefizkonzert verschafften sie dem Katholischen Landvolk für seine Arbeit eine große Spende.

 

Große Stimmen und einfühlsame Lieder schenkte der „Chor96“ unter Leitung von Helmut Scharpf in der Kirche St. Ambrosius von Memmingerberg. Das Benefizkonzert der Katholischen Landvolkbewegung zugunsten der „Bäuerlichen Familienberatung“ und dem „Solidarischen Landvolk“ stellte sich zugleich unter das Jahresthema „Brücken trauen, statt Mauern bauen“. Mit der Europaflagge inmitten der Kirche will das Landvolk auf das geeinte Europa hinweisen, in dem nahezu alles frei und grenzüberschreitend erreichbar ist. Die Lieder des weitgereisten Chores zeigten so unterschiedliche Charaktere wie es Menschen und Länder in Europa gibt. Einheit und Vielfalt zugleich brachte der starke „Chor96“ in schwarzen Kleidern und orangefarbenen Schals zum Ausdruck. Mal temperamentvoll und dennoch in der edlen französischen Sprache (Notre Père) oder mit dem schwedischen Lied „Gabriellas Sang“ weit nach Norden greifend, verdeutlichten ihre Stimmen,tiefe Leidenschaft für die Musik und das Miteinander im Chor. Ihre „Europareise“, die tatsächlich der Chor aus Ottobeuren schon vollzog, hat inzwischen auch viel von dem jeweils entstanden Lebensgefühl enthalten. So färbte Dirigent Scharpf mit seinen vielen Akteuren die Aura des Gotteshauses, bis sie schließlich zum Schluss auf die Empore stiegen und mit der Orgel (gespielt von Johannes Pfluger) „I´m gonna sing“ so poetisch darboten, dass viele Konzertbesucher sich in den Bänken umdrehten und lautstark applaudierten. Dem religionsübergreifenden Propheten Elia widmeten sie ihren „Elija Rock“ mit ganz tiefen Bassuntermalungen. Damit erinnerten sie an gemeinsame Wurzeln von Christen, Juden und Muslimen.

Die Spenden des Abends in Höhe von rund 1000 Euro fließen in das „Solidarische Landvolk“ und die „Bäuerliche Familienberatung“. Für die Memminger Landvolkvorsitzenden Reinhard Flock und Martha Hänsler leistet die Beratung für Bauernfamilien mehr als andere. Dort wird ihr Schicksal nicht nur in finanzieller Hinsicht betrachtet. Im Mittelpunkt der Beratung stehen auch psychische und soziale Probleme. Die großteils ehrenamtliche „Bäuerliche Familienberatung“ entstand 1996. Für Betroffene ist die Beratung kostenlos und soll Wege aus den Problemen aufzeigen.

Jeweils zum Erntedanksonntag fördert die „Aktion Minibrot“ das vor 20 Jahren gegründete „Solidarische Landvolk“ der Diözese Augsburg. Die Partnerschaften in Rumänien und dem Senegal erhalten laut Landvolkreferentin Petra Hüttenhofer, Hilfe zur Selbsthilfe. Der Förderverein unterstützt die Alphabetisierung. In der rumänischen Bukowina (Buchenland) arbeiten Maria-Ward Schwestern. Ihrem Kindergarten und -hort mit elternlosen Kindern soll geholfen werden.

Josef Diebolder, KLB Ottobeuren