Bergmesse am Bodensee

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Einen herrlichen Blick auf den Bodensee mit seinen angrenzenden Ländern schenkte bei Weißensberg die Bergmesse des Katholischen Landvolks aus den Dekanaten Memmingen, Mindelheim und dem Raum Ottobeuren/Babenhausen. Mit einer „Brücke“ vor dem Altar machte das Landvolk auf ihr Jahresthema "Brücken trauen - statt Mauern bauen!" aufmerksam. Nach zwei Jahren mit erzwungener Regenpause, öffnete sich der wolkenverhangene Himmel genau für den Gottesdienst an der Marienkapelle. Der vorherige Landvolkpfarrer Anton Latawiec betreut inzwischen die Pfarreiengemeinschaft Weißensberg mit 4500 Gläubigen und lud das Landvolk ein. Bei der Feier wirkte auch der neue Landvolkseelsorger Albert Leinauer mit und bereits traditionell verschönte die Musikkapelle aus Lachen das Begegnungsfest.

Sehr gerne sitzt Pfarrer Latawiec an der kleinen Kapelle am Jakobsweg und blickt in die vier umliegenden Länder über den Bodensee bis nach Liechtenstein. Trotz der immensen Nähe zueinander seien in jedem angrenzenden Land die Charaktere anders. Die Jugendlichen kennen inzwischen keine Grenzen mehr und können sich frei zueinander bewegen. Menschen bräuchten jedoch immer wieder Halt und Sicherheit. Zuviel Freiheit lassen Unzufriedenheit, Egoismus und Rücksichtslosigkeit wachsen. Es führe schließlich zur Zerstörung. Für das Klima zu protestieren sieht er als nutzlos an, wenn sich das Verhalten nicht ändert. Das Landvolk vermittle die Achtung vor der Schöpfung, dem Nächsten und der Natur gegenüber. Als Vorbild sieht er den Apostel Paulus, der die Freiheit als Aufgabe und Geschenk betrachtet, Liebe weiter zu schenken. Auch für Pfarrer Leinauer ist Europa die Basis gemeinsamer Zukunft. Er verwies auf den Schweizer Friedenspatron Bruder Klaus.

Auch das Landvolk sprach in seinen Bitten, dem Klimawandel aktiv zu begegnen, Brücken zwischen Landwirten und Tierschützern zu bauen und in den Köpfen die Mauern zu 30 Jahre Einheit in Deutschland einzureißen. Die Spenden aus dem Gottesdienst und der bereitgestellten Brotzeit übergibt das Landvolk an die „Bäuerliche Familienberatung“.

Josef Diebolder, KLB Ottobeuren