Bruder-Klaus-Patrozinium in Ottobeuren

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Als ihren Schutzpatron feierte das Katholische Landvolk Ottobeuren/Babenhausen mit Memmingen in der Ottobeurer Friedenskrypta, Bruder Klaus, dessen Patrozinium am 25. September ist. Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Chor „Impuls“.

Zum Festgottesdienst predigte Pfarrer Albert Leinauer und erinnerte an seine jüngste Pilgerfahrt zu den Wirkungsstätten von Bruder Klaus in der Schweiz. Den Schweizer Nationalheiligen betrachtete mancher Pilger zwiespältig, habe er doch Frau und Familie verlassen. Hierzu führte der Festprediger aus, dass diese Entscheidung im Einvernehmen mit seiner Frau Dorothee geschehen sei. Obwohl er in der Ranftschlucht als Einsiedler fortan lebte, habe er viel Kontakt mit seiner Familie gehalten. In seinem Gebet habe Bruder Klaus „Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir“ gewünscht und vor dem Einsiedlerleben lange mit seinem Gewissen gerungen. So erinnerte Pfarrer Leinauer an weitere Vorbilder, die allein ihre Glaubensentscheidung auf ihre innere Stimme fußen ließen. Lordkanzler Thomas Morus etwa, der nicht den Englischen König als Obersten Kirchenmann anerkennen wollte und dafür seinen Kopf geben musste, oder Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter. Auch dieser wurde von den Nazischergen 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet. Kardinal John Henry Newman habe als anglikanischer Gelehrter 1845 im Übertritt zum Katholizismus bewegt und werde am 13. Oktober Heilig gesprochen. In den Augen von Pfarrer Leinauer gibt es Vorbilder, die ihren Glauben und das Gewissen allem voranstellten. Jedem sei so etwas möglich, wenn es auch gegen gültige Normen sein könne.