„Dem Leben positive Impulse geben“ - Digitales Podiumsgespräch der KLB Friedberg

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Traditionell findet am Christkönigsfest der Landvolktag der Katholischen Landvolk Bewegung (KLB) Friedberg statt. Auf Grund der aktuellen Situation organisierte die KLB in diesem Jahr alternativ ein digitales Podiumsgespräch im Livestream mit Chat-Möglichkeit für alle. Das Thema hätte aktueller nicht sein können: „Leben mit Corona – wie können wir dem Landleben positive Impulse geben?“ Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Lebensbereichen blickten zurück auf die vergangenen Monate der Kontaktbeschränkungen und schließlich nach vorn auf die Chancen für das Leben auf dem Land. Gudrun Daniel, Rektorin an der Grundschule Adelzhausen-Tödtenried, berichtete von der großen Hilfsbereitschaft und dem Engagement der Eltern, die während des „Lockdowns“ im Frühjahr zusätzlich zur eigenen Berufstätigkeit das „Homeschooling“ der Kinder übernommen hätten. Diese Zeit war eine große Herausforderung für alle Eltern. Um den Präsenzunterricht weiter zu gewährleisten, boten Eltern darüber hinaus spontan ihre Hilfe an, falls ein Umzug in neue Räume erforderlich wäre.
Martha Hänsler, stellvertretende Bundesvorsitzende der KLB berichtete aus ihrer Erfahrung, wie sie im Frühjahr das eigene Umfeld und die Natur „vor der Haustüre“ neu entdeckt habe. Sie habe von vielen Menschen erfahren, dass sie die Natur wieder mehr zu schätzen gelernt hätten. Hänsler erhofft sich durch dieses neue Bewusstsein, verbunden mit einer reduzierten Mobilität, positive Auswirkungen auf den Umweltschutz.
Christina Haubrich, MdL und gesundheitspolitische Sprecherin im Landtag betonte, wie wichtig eine gute ärztliche Versorgung auf dem Land sei. Die Corona-Krise habe „mit dem Brennglas“ gezeigt, wo Schwachstellen in der Gesundheitsversorgung sind. In Zukunft, davon ist Haubrich überzeugt, wird es leichter sein, eine gute wohnortnahe ärztliche Versorgung zum Thema zu machen.
Für Pfarrer Professor Thomas Schwartz aus Mering stellt die Digitalisierung eine große Chance dar, um andere Zielgruppen zu erreichen und um trotz Abstandsgebot miteinander in Kontakt zu bleiben. Gerade im ländlichen Raum müsse die Digitalisierung weiter voranschreiten, damit dort gute Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden könnten.
Die Corona-Krise habe zudem am Beispiel der Atemschutzmasken gezeigt, welche großen Probleme sich durch die Abhängigkeit vom globalen Markt ergeben können. Das Prinzip einer „Vorratskammer“ werde hoffentlich auf politischer Ebene wieder verstärkt umgesetzt.
Erwin Gerstlacher, 1. Bürgermeister der Gemeinde Ried betonte, wie wichtig es sei, miteinander kreativ zu sein und das Erreichte wertzuschätzen.
Moderiert wurde das Gespräch von Roman Aigner, Bildungsreferent der KLB Augsburg. Über die Chatfunktion konnten sich die Livestream-Zuschauer aktiv beteiligen. Ein Chat-Teilnehmer riet zur Konzentration auf den Advent im eigentlichen Sinne und sah die Chance für besinnliche Weihnachten im kleinen Kreis.
Nur gemeinsam, darin waren sich alle einig, könne diese Herausforderung gemeistert werden. Für die KLB seien Werte wie Barmherzigkeit, Menschlichkeit und aktives Christsein im täglichen Leben wichtig. Um einer gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken sei die Stärkung nachvollziehbarer, demokratischer Politik und ein Dialog auf Augenhöhe mit den Menschen nötig. Und schließlich sei es entscheidend, trotz aller Schwierigkeiten positiv in die Zukunft zu blicken. Vorsitzender Walter Mück bedankte sich bei allen Teilnehmenden für die wertvollen Impulse. Sein Fazit lautet: „Lasst uns gemeinsam stimmige Corona-Regeln einfordern, um die aktive Arbeit der Landvolk Bewegung fortzusetzen.“
Walter Mück, Vera Schanz

Das Podiumsgespräch ist unter https://www.klb-augsburg.de/friedberg verfügbar.