„Drei Religionen – ein Gott?“ Ländliches Seminar der KLB Aichach

Dienstag, 19. Februar 2019

Der zweite Seminarabend des katholischen Landvolks befasste sich mit einem höchst interessanten Thema: „Drei Religionen – ein Gott? Was uns trennt und was uns verbindet“. Über 70 Besucher waren dazu ins Pfarrheim nach Affing gekommen, um unter der Moderation von Bernhard Scholz die Referenten Evgenia Schulmann von  der jüdischen Glaubensgemeinschaft Augsburg, Haluk Kilmann von der muslimischen Glaubensgemeinschaft Augsburg und gewählter Vorsitzender des Verbandes islamischer Kulturzentren (VIKZ) und den katholischen Pfarrer Max Bauer der Pfarrei Affing zu hören. Klaus Settele, einer der beiden Vorsitzenden der katholischen Landvolkgemeinschaft Aichach, begrüßte Referenten und Besucher.

Zu dem aktuellen Thema hatte Pastoralreferent Bernhard Scholz die Landvolkbewegung schon in der Vorbereitung unterstützt. Erfreut war er über das „großartige Interesse“ der Seminarbesucher. In zwei Runden sprachen die drei Referenten über das Gottesverständnis und das Gottesbild ihrer Religion und über Unterschiede.

„Der Glaube Jesu eint uns, doch glauben an Jesus trennt uns“ so die  wesentliche Aussage von Evgenia Schulmann. Juden lebten in der Hoffnung. In einem Gebet von ihr ging es um Frieden, zentrale Bitten und Lobpreis. „Wir sind als Christen aus dem Judentum hervorgegangen“, sagte Pfarrer Bauer. Während Juden glauben, „dass der Messias erst noch kommt,  sagen Christen: Jesus Christus ist der Messias. Wobei das Wort Messias in der neuen Übersetzung der Bibel nicht mehr zu finden ist“, so Bauer. Er sprach das Gebet, das für alle Christen steht, das „Vater unser“, um einmal genau hinzuhören. Als Dritter im Bunde der Referenten berief sich Haluk Kilmann auf die erste Sure im Koran, in der es um Barmherzigkeit gegenüber dem fehlbaren Menschen geht. Ein Gottesbild sei im Islam verboten. Auch Negatives, das über den Islam zu hören ist, sprach Kilmann an. Dabei sei zu unterscheiden: Ist es Religion oder ist es Tradition? Die Burka beispielsweise sei keine Religion, sondern Tradition, so Kilmann. Nur die Haare müssten bedeckt sein.

Die Ausführungen der drei Referenten zu ihrer Religion fasste Moderator Bernhard Scholz zwischendurch für die Seminarteilnehmer zusammen. Ein aktuelles Thema der Christen brachte Klaus Settele zur Sprache: Die immer weniger praktizierenden Christen. Muslime seien noch ziemlich fest im Glauben, auf dem Land mehr, in den Städten weniger, so Haluk Kilmann.

Auf viele Fragen der Besucher gab es an diesem höchst interessanten Abend eine Antwort. Ein gemeinsames Gebet konnte es aber nicht geben. Aber „Der Umgang mit den Unterschieden ist wichtig“ stellte Haluk Kilmann heraus. Und er fügte hinzu: „Je besser es den Menschen geht, desto weniger wird geglaubt“. Der Abend verlief mit sehr viel Wertschätzung.

Katharina Wachinger (auch Foto).

 

Bild 2404: Mit sehr viel Interesse hörten die Seminarbesucher den drei Referenten zu. Von links Moderator Bernhard Scholz, Evgenia Schulmann, Haluk Kilmann und Pfarrer Max Bauer.