Gedicht zur Landfrauenwoche 2018

Mittwoch, 14. Februar 2018

Landfrauenwoche 2018 (gedichtet von Maria Grabichler, Bruckmühl)

 

Endlich is`s Montag, i hab mi scho so gfreid,

doch was soi i sog´n es liabn Leit

Kopfweh hab i ghabt, schlecht is mia gwen

Und im Bauch hat´s rumort

I hab mia denkt: „ Wenn des so weitergeht, na konn i ned von dahoam fort“.

 

Do schee langsam bis auf 12 Uhr hi, bin i na wieda worn,

des waar ja glacht, wenn i ned a Landfrauenwoche heakam.

Des Vorhaben is de beste Therapie, wenn da Kopf sagt: „ Da muaß i hi.“

 

Pünktlich um 3 Uhr glei nach dem Kafä hat uns Wiespfarrer

Msgr. Gottfried Fellner Muat gmacht,

zu einer veränderten Seelsorge auf´m Land

Und daß man ned bloß warten soi auf de oberen Herrn,

na mia kinnan a vui verändern aus eigener Hand.

Er hat uns geschildert seine Wünsche, fürs kommende Jahr

Aber da moin i wead  heia no ned ois wahr.

 

Am Dienstag han mia ganga durch den Gartn unseres Lebens mit Johanna Quis

Und daß dea oiwei wieder anders ausschaugt, des is ganz quis.

Da wead vielleicht a mio aus einem mit Disteln gesäumter Steingarten

ein grüner und duftender Rosengarten.

Vui Stoana lieng am Weg, der sich durch unser Leben windet,

aber aa große Baam mit starke Wurzeln, wo ma an Platz zum oloana findet.

 

Am Nachmittag hot uns d`Elisabeth zoagt ganz ungeniert,

wias entrümpeln vom Keller über unsern Kopf

bis zum Dachboden hin funktioniert.

Man soi ned z´lang warten vom  festen Vorhaben bis zu Ausführung hin,

denn die Aufschieberitis macht den ganzen Plan wieder hie.

 

Auf des auffe ans dann in Keller ganga und ham Schachteln bastelt,

ganz fei zum oglanga. Aus edlem Stoff hams gmacht a Ummantelung,

grad recht für an Schatz oder für a Überraschung.

I hab mia denkt: „ I bin mir Schachtel gnua, hab aa an scheen Stoff o“,

und bin glei gar ned dazua.

 

Auf d´Nacht hat sich vorgstellt Karl Müller-Hindelang ois begeisterter Theatermann. „Welfs Erbe“ und „die Anstifter“  hat er selber gschriem, der guate Mo und bewiesen daß er des ganz ausgezeichnet ko.

Er hod auf d´Fiaß brocht über 200 Leit

und vom Hauptdarsteller bis zu die Statisten war jeder dabei mit da größten Freid.

 

Am Mittwoch woit uns Hans Behringer

zu einer gesunden Ernährung im Alter ermutigen,

aber sei  Stimm hat Pause gmacht und er konnte grad ganz heiser red´n.

Da is de Sylvia Hindelang eigsprunga, de ja immer ganz flexibel is,

denn wennsie überraschend braucht wead macht die nia a G´schieß.

Sie hat uns vorgstellt ihr Heimatdorf Steingaden,

als einen fair-handelden Eine-Weltladen.

Es gibt da ned nur Kafä, Tee und vom Metzger Pfefferbeißer,

naa, a Schoklad vom Dengel is a großer Reißer.

 

Nach einer schnellen, dicken Mittagssuppe

San mia gstart´t nach Gablingen zur Elisabeth

Die auf an großen Hof mit Roß und Henna lebt.

De Roß leben computergesteuert in einem Aktivstoi  ganz modern

Da miaßn sich alle bewegen, daß ja ned amoi zfoast wean.

De Henna san eigsperrt  und gackern Ton in Ton

Und zur Belohnung, wenns a Oa glegt ham, deafans naus aufn Balkon.

Im Hofladen hama eikaft a ganze Stund,

Eialikör, kaltgepresstes Öl und Nudeln so manches Pfund.

Dann san mia gfahrn in d´Wirtschaft zum Kafä und Kuacha,

doch zerst hama gland am Friedhof,

weil s´Navi an Fehler gmacht hod beim Suacha.

 

Auf d´Nacht im Bierstüberl ham mia  so glacht wia no nia,

i woaß ndes wars Schmoizbrot, da Wein oder s´Bier.

Hauptsächlich is´s ganga um an Butter, ob er weiblich oder männlich is.

Aber is ja wurscht, hauptsach er is aus der Gegend, wenn i oan iß.

 

„Wozu bin ich denn noch gut?“ hat am Donnerstag Birgit Meinhardt gfragt

Und hat uns was über den Verlauf des Lebens gsagt.

Es gibt 4 Phasen im Leben, vom frühen Morgen bis zum Abend,

demnach san mia jetzt am Nachmittag

und können uns scho an vielen Früchten laben.

Im sogenannten agilen Alter, wo mia uns jetzt befinden

Müssen wir fest auf uns schaung und uns öfter amoi mit Gleichgesinnten verbinden.

A jede hat sei Stärke und sei Talent,

ma muaß nur aufpassn, daß mas ned verpennt.

 

Am Nachmittag hat uns Rita Fischer über mutige Menschen aus der Bukowina berichtet.

Mit einem Kleinbus von der Regierung ham sie Land, Straßen und Leute gesichtet.

Sie ham bsuacht Maria, eine rührige Wirtin in den Karpaten,

Des i aa a guata Platz zum Übernachten.   

A Hofkäserei mit Ferienwohnungen und Selbstvermarktung dean sie bsuacha,

aba an Kaas in Kuachaform daat ma bei uns vergebens suacha.

A Kindergarten vo de Maria-Ward-Schwestern lag auf dem Weg

mit 75 Kindern drin.

Zu fünft dean sie de Kinder betreun, I glab de ham no mehra Respekt wia bei uns, vor der Erzieherin.

Aa a Privatmolkerei mit einer resoluten Chefin vorn dro,

hams bsuacht und gsehn, daß die einfach alles ko.

Aa großer Bauer hat in der Gegend um de 20 Küah,

dea hat a dann a fahrbare Melkmaschin, dann is net ganz so groß die Müah.

Nach 4 Tag sans na wieder hoamgfogn ins Schwabenland,

es war schee und interessant, aber es hod dann a glangt.

 

Morgen gfrein mia uns scho auf:

„ Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade fürchte dich nicht.“ 

Mit Monika Weidner ois Erzählerin weads gwiß wieder schee

Und nach dem Mittagessen miaß ma dann für heia wieder amoi hoimgeh.

 

Do noch san mia lustig beinand am Büffett und unserer Musikantin,

dir liabe Adelheid sog i hiermit a herzliches „Dankschö!!“