Heimatkundliche Wanderung rund um Schloss Scherneck

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Am frühen Nachmittag des warmen Spätsommersamstags, den 14.9.2019, machten sich rund 20 Interessierte auf eine heimatkundliche Wanderung rund um das Schloss Scherneck. Von den Gebäuden des Schlosses ging der Weg zunächst steil bergab, teilweise unter den Besuchern des Kletterseilgartens hindurch, die sich an einem Flaschenzug zwischen großen Bäumen über dem Wanderweg ihr Bestes gaben. Eine Info-Tafel am sogenannten Strudelweg brachte uns die Geschichte der Hohlwege und Kreppen näher. Danach ging es auf ebenem Wege hinaus Richtung Lechtal zum Apfelhof Stöckl, welche direkt an der viel befahrenen Staatsstraße 25 und an der Friedberger Ach liegt. Herr Josef Stöckl stellte unserer Gruppe sehr anschaulich seinen knapp 1 ha großen Nebenerwerbsobstbetrieb vor. 14 Apfel- und 4 Birnensorten sind im Anbausortiment des konventionellen Betriebs. Sehr eindrucksvoll waren die großen Novemberbirnen anzusehen. Zum Betrieb gehört auch ein sehr gepflegter Hofladen, den Frau Stöckl betreut. Alle Baumschnittmaßnahmen der rund 2.500 Bäume werden vom Betriebsleiter selbst durchgeführt. Gestärkt von Kuchen und Saft, setzten wir unsere Wanderung fort. Der Weg führte nun am alten Brunnenhaus vorbei. Hier wurde dem Fluss das Wasser entnommen für die Schlossbrauerei Scherneck, die seit mindestens 1719 nachweisbar ist. In der Talebene unterhalb vom Schloss weideten und erholten sich insbesondere von 1500-1600 die von Ungarn hergetriebenen Ochsen, um dann von der damaligen Augsburger Oberschicht verzehrt zu werden. Nun folgte ein längerer, mittelsteiler Anstieg, der aber bewaldet und schattig war. Auf der Anhöhe angekommen waren es nur wenige hundert Meter bis zur kleinen Ortschaft Au (ca. 100 Einwohner). Dort besuchten wir die kleine Kirche St. Nikolaus. Auf der vorstehenden, steilabfallenden Anhöhe hat man auf dem zur Kirche gehörenden Friedhof einen weiten Blick auf's Lechfeld, Augsburg und ins schwäbische Hinterland; aber wehe es stürmt dort oben. Der Mann der Messnerin, Herr Willi Jakob erläuterte uns ausführlich und anschaulich die Kirche. Herausragend sind die gotischen Fresken von 1400. Nach dem letzten Wegstück auf ebener Anhöhe erwartet uns, ja nach Belieben, eine Brotzeit oder ein großes Stück Kuchen im Schloßbräustüberl. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nach diesem Motto war es ein informativer, heimatkundlicher Nachmittag.

Ulrike Meitinger, KLB Aichach