"Ich bin ein leidenschaftlicher Europäer"

Donnerstag, 17. Januar 2019

"Ich bin ein leidenschaftlicher Europäer"

Dieses eindrucksvolle Bekenntnis zu Europa war beim „Mitarbeiterseminar“ der Kath. Landvolkbewegung (KLB) am 2. Januarwochenende in der KLVHS Wies gleich mehrfach und deutlich zu hören: Von Albert Vögele, Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker, Jochen Zellner, Ulrike Müller und von Gästen aus „Europa“. Auch viel Alltägliches kam zur Sprache. So erzählte z. Bsp. der finnische Gast, warum er für die bayerische Integration sogar Schafkopfspielen gelernt habe und eine slowakische Ärztin, welche Erfahrungen sie mit dem Oberpfälzer Dialekt erleben durfte.

Steingaden. Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker eröffnete das Mitarbeiterseminar mit einem kraftvollen Plädoyer für ein gemeinsames Europa. So wie die Fenster und Tore auf der Vorderseite der Euro-Banknoten den Geist der Offenheit und Zusammenarbeit in Europa symbolisieren, so sollen auch wir Menschen für einen offenen, friedlichen Austausch miteinander bereit sein. Dr. Hacker nahm die Mitglieder mit auf eine interessante Zeitreise durch die für das heutige Europa prägende Epochen. Heute steht Europa für Grundwerte wie Menschenwürde, Menschenrechte, Demokratie, Gleichheit und Solidarität. Menschen, Länder, Völker und Kulturen sollen verbunden sein, genauso wie die Brücken verbinden, die auf der Rückseite der Euro-Banknote zu erkennen sind.

Jochen Zellner, stellv. Leiter der überparteilichen Europäischen Akademie Bayern e. V., weiß, dass die EU für Viele ein fremder Ort, ein abstraktes Gebilde ist. In seinem informativen Vortrag zeigte er auf, welch langen Weg die EU bereits gegangen ist. Deren Bedeutung ist stetig gewachsen, immer mit der Grundintention, den Frieden zu bewahren. Auch Frau Ulrike Müller, MdEP, ist der Meinung, dass die europäischen Staaten zusammenhalten müssen. Sie selbst wünscht sich mehr Bürgerbeteiligung und –aufklärung. Frau Müller ist oft vor Ort und hat stets ein offenes Ohr für die Belange der Bürgerinnen und Bürger.

Während der anschließenden Diskussionsrunde kamen die Teilnehmer zu Wort. Müller antwortete auf die Frage zum Umgang mit den Erntehelfern in Südeuropa, dass es schwierig sei, in die Kompetenz eines Mitgliedstaates einzuwirken und durchgreifende Änderungen durchzuführen. Dennoch soll die „europäische Säule sozialer Rechte“ neue und wirksamere Rechte und faire Arbeitsbedingungen gewährleisten. Auf die Frage, ob es Möglichkeiten gebe, dass das Europäische Parlament entscheidungsfähiger wird, antwortete Zellner, dass dies ein ständiger Prozess sei und das Europ. Parlament bereits sukzessive die Kompetenzen erweitert habe.

Abends durfte die KLB europäische Gäste begrüßen. Unter viel Beifall erzählten vier Gäste mit schlesischen, Südtiroler, slowakischen und finnischen Wurzeln sehr unterhaltsam über ihre Erfahrungen und über die kulturellen Unterschiede in Deutschland. Heute fühlen sich alle wohl in Deutschland, auch wenn es anfangs Sprachprobleme oder Unverständnis hinsichtlich manch deutscher Gepflogenheiten gegeben hat. Es lohnt sich, für ein gemeinsames Europa zu kämpfen. Ich kann nur Europa sein, wenn Du es auch bist! Damit ist die Stoßrichtung der aktuellen KLB-Kampagne klar: „Ich bin Europa – und Du auch!“.

Bildergalerie vom Mitarbeiterseminar

 

Katholische Landvolkbewegung (KLB)
Petra Hüttenhofer
Bildungsreferentin
Peutingerstr. 5
86152 Augsburg