„Ich will die Diözese teilen“: Erzbischof von Dakar schildert Vision von einer Kirche der Zukunft

Dienstag, 12. Februar 2019

Jedes Jahr fährt eine Delegation der KLB Augsburg in ihre Partnerdiözese Dakar, mit der sie seit etwa 60 Jahren eine Partnerschaft pflegt. Dort besichtigen wir Projekte, besuchen unsere Partner und tauschen uns aus über Neuigkeiten, Veränderungen und Entwicklungen. Über den Jahreswechsel 2018/2019 war dieses Mal eine Gruppe, bestehend aus insgesamt 14 Reiseteilnehmern für 10 Tage unterwegs im Senegal.

Einer der Höhepunkte auf dieser vielfältigen und eindrucksvollen Reise war der Silvestertag: im ländlichen Boyard Tock durfte die KLB miterleben, wie der Erzbischof von Dakar, Benjamin Ndiaye, eine neu errichtete Kirche einweihte – eine Kirche, die hauptsächlich von der KLB finanziert wurde. „Nichts prägt die Identität eines Dorfes mehr als eine Kirche!“ Mit dieser eindrücklichen Botschaft bedankte sich Bischof Benjamin bei der KLB dafür, dass sie den Kirchbau finanziell ermöglichte und damit der Kirche auf dem Land neuen Raum eröffnet; damit Menschen einen Ort haben, um ihren Glauben leben zu können, einen Ort der Begegnung, an dem sie Hoffnung, Freude und Trost finden.

Nah bei den Menschen sein: dies gibt der Erzbischof seinen Priestern und ehrenamtlich Tätigen immer wieder als Auftrag mit. Die kleine katholische Minderheit im hauptsächlich muslimisch geprägten Senegal muss und will sich behaupten, will wachsen und Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. So erklärt sich auch die Vision des Bischofs für die Kirche im Senegal: er will die Diözese Dakar teilen. Die Fläche ist zu groß, die Nöte und Belange der Menschen sind zu drängend, als dass sie vertagt werden könnten. Ein ehrgeiziger Plan, doch Rom ist schon informiert.

Einen anderen Blick auf Senegal lieferte der deutsche Botschafter in Dakar, Stephan Röken. Mit ihm diskutierte die Gruppe über so aktuelle Themen wie die Migration nach Europa, Entwicklungsmöglichkeiten für das Land Senegal und die Frage nach der Zukunft Afrikas. Botschafter Röken nannte vielfältige Bereiche, in denen internationale Institutionen und Firmen versuchen, Senegal zu unterstützen. Seine Devise: Erfahrungswerte sammeln, Versuche unternehmen: dies sei wichtig, um etwas erreichen zu können – auch wenn Rückschläge damit nicht auszuschließen seien.

Neben weiteren Empfängen, Begegnungen und offiziellen Anlässen kamen auch Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten sowie ein Bad im Atlantik am Neujahrstag nicht zu kurz.

Alle Teilnehmer waren sich einig: eine wunderbares, vielfältiges Land, das so manchen von uns wieder sehen wird.

Dr. Vera Schanz, KLB Augsburg

Foto: Anna Peer

Bildunterschrift: Am Silvestertag 2018 wurde die Kirche „Zum guten Hirten“ von Erzbischof Benjamin Ndiaye geweiht.