Jahreshauptversammlung und Wahl der KLB Ottobeuren

Montag, 5. Oktober 2020

Sontheim. Mit einer Andacht zu den Bildern und Visionen des Schweizer Nationalheiligen und Landvolkpatrons Klaus von der Flüe begann Landvolk-Bildungsreferentin Jutta Maier die Jahresversammlung der Katholischen Landvolkgemeinschaft Ottobeuren-Babenhausen (KLB).

Seit Jesus den Blinden die Augen geöffnet habe, gelte für uns „mit den Augen des Herzens und des Glaubens das Geheimnis Gottes näher zu sehen“, so Jutta Maier. Niklaus von Flüe habe viele innere Bilder empfangen und zugleich den wachen Blick auf die Menschen bewahrt. Bereits mit 16 Jahren habe er an seinem Lieblingsplatz in der Ranft-Schlucht am Flüsschen „Melchaa“ einen Turm in den Himmel wachsen sehen. Bruder Klaus habe es als „Fingerzeig zum Himmel“ betrachtet und wollte seitdem ganz mit Gott vereint sein, verdeutlichte Jutta Maier. So verwandelte sich der Bauer vom Flüeli zur „Leuchtgestalt zu Gott hin“. Als zweite Vision sah er „aus seinem Mund eine Lilie in den Himmel wachsen“. Doch auf halbem Weg drehte sie nach unten zu einem wunderschönen Pferd, welches die Blume fraß. Für Jutta Maier zeigt das Bild „eine ehrliche Sehnsucht zum Himmel hin“. Als Bruder Klaus mit Stolz auf das Pferd sah, verlor sein Ziel die innere Ausrichtung und er erkannte, wie wichtig es ist, geradlinig zu bleiben. „Sonst frisst was mein Ziel auf“, ergänzte Maier.
Als dritte Vision beschrieb Maier den Besuch dreier vornehmer Herren von gleicher Gestalt, die den Eremiten fragten, ob er sich unter ihre Herrschaft stellen würde. Da habe Niklaus geantwortet, dass er sich alleine Gott versprochen hat. Darauf hätten die Herren laut aufgelacht und ihm als Zeichen für seine Stärke „die Bärenklaue und die Fahne des siegreichen Heeres“ versprochen. Die Bildungsreferentin erkannte Verbindungen zum biblischen Abraham. Auch zu ihm kamen drei Wanderer ins Zelt und versprachen dem greisen Hirten ein Kind, worauf seine Frau Sara zu lachen begann.

Für Jutta Maier ist der Landvolkpatron in die Reihe von Propheten einzureihen. In allen Religionen und Zeiten habe es solch herausragende Personen gegeben. Sie hätten eine besonders ausgeprägte Empfindsamkeit, während sich die meisten anderen Menschen in „das ständige Funktionieren einordnen“.

 In der anschließenden gut besuchten Jahreshauptversammlung standen neben dem Jahresrückblick die Neuwahlen an.

Wieder gewählt wurden Lucia Musch, Andreas Ruf, Robert Fürst, Karina Till, Josef Diebolder, Manuela Deniffel, Paul Mayer und Christine Wohllaib. Neu hinzugekommen sind Sabine und Markus Grauer und Elisabeth Herz. Die Ausgeschiedenen Anneliese Dübbel, Hans-Peter Vater und Imelda Tyrychter erhalten zum Dank eine Kerze.

Josef Diebolder