Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen ?

Donnerstag, 15. Februar 2018

Peter Eisele, Unternehmensberater und Pastoralreferent aus dem Westallgäu, referierte am 17. Januar 2018 im Pfarrheim in Stein über die rasend schnell voranschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft in allen Bereichen des Lebens. Als Beispiele für Digitalisierung nannte er Saugroboter im Haushalt, selbstfahrende Rasenmäher im Garten, GPS-gesteuerte Fahrzeuge auf den Straßen und in der Landwirtschaft und Melkroboter. Durch Smartphones seien Informationen immer und überall abrufbar, aber auch der Mensch immer und überall kontrollierbar, gegebenenfalls auch rückwirkend, was auch positive Seiten habe: z.B. bei der Verbrechensbekämpfung oder bei der Suche nach vermissten Personen. Unsichtbare Kameras beobachten uns im Supermarkt genauso wie auf der Skipiste. Intelligente Assistenzsysteme können in einer Wohnung erkennen, ob eine hilfsbedürftige Person am Boden liegt und verständigen automatisch einen Rettungsdienst mit entsprechender Ortsangabe.

Bei der neuesten Entwicklung unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ geht es um Computer, die mit Menschen kommunizieren. Als Beispiel führte der Referent an, dass z.B. Schuhe über das Internet beim Hersteller bestellt werden können und – ohne Zutun eines Menschen – von einem Computer produziert und versendet werden. Der Siegeszug von Kaffeeautomaten im privaten Haushalt sei ebenfalls ein Beispiel der Digitalisierung. Auf Zuruf produziert so ein Gerät wahlweise Cappuccino, Espresso, Tee oder aufgeschäumte Milch.

Doch: Nicht herkömmliche Roboter, die Menschen nachempfunden sind und sich wie Menschen bewegen, würden das Bild der Arbeitsplätze und Wohnungen prägen. Vielmehr seien es stationäre Automaten, die selbständig Entscheidungen treffen könnten, beispielsweise in der Medizin, welche Behandlung ein Patient erhält; sie könnten Medikamente mixen oder gar die Behandlung selbst ausführen.

Daraus ergäben sich aber auch kritische Fragen, so Eisele: Wo sind welche Daten gespeichert? Wer hat Zugriff darauf und wie nützt er sie? Wer bestimmt, wer welche Informationen erhält?

Aber auch die ganz einfache Frage: Was ist, wenn der Strom ausfällt?

Unbeantwortet bliebe bisher auch die Frage nach einer ethischen Orientierung der Menschen, die z.B. die Religion beantwortet. Wird der Computer auch Richtschnur für verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Mitmenschen und sich selbst? Einen Tipp gab der Referent seinen Zuhörern zum Schluss des Vortrages mit auf den Weg: „Gönnen Sie sich täglich eine längere Auszeit – ohne Computer und ohne Handy – und leben Sie in Freiheit mit Ihren Gedanken, mit realen sozialen Kontakten zu Ihren Mitmenschen und genießen die Schönheit der Natur.“

Eine gute Gelegenheit dafür bieten die zahlreichen Wallfahrten der KLB.

 

Walter Höß, Immenstadt