„Leben leben: mutig – bewusst – hoffnungsvoll“ – Bildungsveranstaltung in Weil

Montag, 9. November 2020

Am 13. Oktober 2020 begrüßte der Vorsitzende der KLB Landsberg, Albert Vögele, alle Mitglieder und Gäste der Veranstaltung, die nach mehrmaligem Verschieben nun endlich im gemütlichen Gasthof Probst stattfinden konnte.
Es braucht schon etwas Mut, in diesen Zeiten eine Veranstaltung durchzuführen: Als Gemeinschaft muss man neue Erfahrungen einbringen. Normalerweise können wir planbar leben, jetzt aber haben wir ganz unterschiedliche Verhaltens- und Reaktionsweisen in unserem Umfeld.
Aus ihrer Erfahrung mit Kirche am Weg erzählte KLB-Referentin Jutta Maier eine Geschichte aus dem kleinen Büchlein Rut, die in Brothausen (Betlehem – Haus des Brotes) spielt. Ein gewisser Elimelech aus Betlehem wandert wegen einer Hungersnot ins Moabiterland aus. Als Elimelech und seine Söhne gestorben sind, will die Witwe Noomi in ihre Heimat zurückkehren. Eine der Schwiegertöchter namens Rut kommt mit ihr nach Betlehem, heiratet Boas und gebiert einen Sohn namens Obed.
Wer sein Leben bewusst gestaltet, „lässt sich von keinem anderen leben“, so Jutta Maier. Die Corona-Krise habe uns ein bewussteres Leben erkennen lassen. Im Glauben sei es ähnlich: Man werde sich bewusst, dass sich etwas geändert hat. Wir sollten den Spielraum nutzen und nicht vereinsamen; in Beziehung bleiben, bewusst und mutig. Mut setzt zugleich den Gedanken des eigenen Wertes voraus und somit die Notwendigkeit, einmal „Nein“ zu sagen.
In der zweiten Geschichte erzählte die Referentin von einem König, der einen mutigen Mann brauchte. Die Mutprobe sollte ein langer Weg übers Feld bis zur Scheune sein. Die ersten drei Männer mussten wegen eines Gewitters, eines Orkans und eines Erdbebens aufgeben. Der Vierte begann, langsam zu gehen, Schritt für Schritt bis zur Scheune. An der Scheune angekommen, öffnete er die Tür, nahm das Pferd und ritt zum König.
Auch die Hoffnung sei unerlässlich im Leben. Maier zitierte Vaclav Havel mit den Worten: „Hoffnung ist nicht, dass alles gut ausgeht, sondern, dass es Sinn macht, egal wie es ausgeht.“ Daher sollten wir unser Leben hoffnungsvoll gestalten. Denn wir trauen einem, der uns ein „Leben in Fülle“ verheißen hat. Jutta Maier ist überzeugt: „Der Himmel ist uns geschenkt. Nicht alles ist Zufall. Jeder Augenblick mündet in ein Ziel, wo wir willkommen sind: Das Leben wartet auf Euch“.

Helene Glatzel, KLB Landsberg