Geistlicher Impuls

Die Urlaubszeit ist eine gute Gelegenheit, aus dem eigenen Alltag „herauszutreten“ und Themen, Anliegen, Überzeugungen oder Sorgen mit einem gewissen Abstand, sozusagen „von außen“ anzuschauen. Hierzu ein ermutigender Text von Erzbischof Oscar A. Romero (1917-1980):

 

Es hilft, dann und wann zurückzutreten
und die Dinge aus der Entfernung zu betrachten.

Wir vollbringen in unserer Lebenszeit
lediglich einen winzigen Bruchteil
jenes großartigen Unternehmens,
das Gottes Werk ist.
Nichts, was wir tun, ist vollkommen.
Kein Vortrag sagt alles, was gesagt werden könnte.
Kein Gebet drückt vollständig unseren Glauben aus.
Kein Pastoralbesuch bringt die Ganzheit.
Kein Programm führt die Sendung der Kirche zu Ende.

Dies ist unsere Situation.
Wir begießen die Keime, die schon gepflanzt sind,
in der Gewissheit, dass sie eine weitere Verheißung
in sich bergen.

Wir können nicht alles tun.
Es ist ein befreiendes Gefühl,
wenn uns dies zu Bewusstsein kommt.
Es macht uns fähig, etwas zu tun
und es gut zu tun.
Es mag unvollkommen sein,
aber es ist ein Beginn,
ein Schritt auf dem Weg,
eine Gelegenheit für Gottes Gnade,
ins Spiel zu kommen und den Rest zu tun.

Wir mögen nie das Endergebnis zu sehen bekommen,
doch das ist der Unterschied
zwischen Baumeister und Arbeiter.
Wir sind Arbeiter, keine Baumeister.
Wir sind Diener, keine Erlöser.
Wir sind Propheten einer Zukunft,
die nicht uns allein gehört.