Um was geht’s in Europa? Markus Ferber, MdEP, spricht in Erkheim

Dienstag, 26. Februar 2019

Bildunterschrift: Bewegend ist das Katholische Landvolk mit seinem neuen Hauptthema „Ich bin Europa – und Du auch“, welches vom Memminger Vorsitzenden Reinhard Flock (v.l.) MdEP Markus Ferber, stellvertretender Bundesvorsitzender Martha Hänsler und KLB-Geschäftsführer Dieter Haschner lebendig wurde.

 

Nicht wie das Banner der Europaflagge auf blauem Grund mit 28 Sternen für seine Mitgliedsstaaten, sondern wie ein bunter Fleckenteppich sah beim Unterallgäuer Landvolktag, Erzabt Notker Wolf die Staaten von Europa. Unter diesem Blickwinkel eröffnete stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Landvolkbegweung (KLB), Martha Hänsler den politischen Bildungsabend im „Akut, Erkheim“. Werte, die Europa bisher zusammenhielten, „geraten ins Wanken“, verdeutlichte Hänsler. Sie wollte bewusst machen was Frieden und Freiheit bedeuten. Nicht zehn Interessierte, sondern rund hundert wollten zur Bundesweiten KLB-Kampagne „Ich bin Europa – und Du auch“, den erfahrenen Europapolitiker Markus Ferber erleben. Für die Unterhaltung sorgten die „Piccobello´s“ mit charmanten Liedern. Im ach so bunten Europa empfahlen sie, „sich gegenseitig kennen zu lernen“.

Zunächst schenkte der Augsburger KLB-Geschäftsführer Dieter Haschner einen Blick in die Entwicklung Europas und begann mit einer Zeitentafel. Darin wurden Friedenszeiten immer von Kriegen zunichte gemacht. Erst seit der Annäherung unserer europäischen Länder gelang eine über 70jährige Friedenszeit. Sie fußte auf einer wirtschaftlichen Kontrolle gegen Kriegsaufrüstung.

Die Ältesten kennen noch den Krieg und das sich mühsame Begegnen. Die nächstjüngere Generation erlebte wie nach und nach die Grenzen aufgingen. Junge Menschen kennen keine trennenden Grenzen mehr. „Das muss uns bewusst sein, sich für ein Miteinander in Europa einzusetzen. Gerade wenn der Friede bedroht wird, entstehen neue Kräfte“. Heute könnten die EU-Bürger, über Bürgerbegehren Gesetzesinitiativen starten und direkt das Europäische Parlament wählen.

Der Rat der EU sei ein Arbeitsgremium von Fachministern und beschließen mit dem Parlament die Gesetze. So vereinen sich die Stimmen der einzelnen Länder und über das Parlament die Stimmen der Bürger.

Das Landvolk will motivieren das Wahlrecht zu nützen und für die Stärkung Europas eintreten. Denn es gibt auch Parteien die sich gegen Europa richten.

Als junger Mann mit 25 Jahren erlebte Ferber den Mauerfall in Berlin. Die Welt vor drei Jahrzehnten schien friedlich. „Hast Du ein Glück, in eine Zeit zu wachsen, in der alles gut wird“, freute sich Ferber. Inzwischen macht er sich Sorgen um „unsere Erfolgsgeschichte“, den Frieden. Vor den Grenzen Europas seien kriegerische Handlungen von der Ukraine bis nach Libyen. Mauern seien keine Lösung. Künftig werden Europa mehr Verantwortung für seine Außenbereiche übernehmen müssen. Für Ferber ist eindeutig: „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen, sonst werden die Amerikaner und Chinesen entscheiden“.

Mit dem Austritt Englands bekommen sogar die Allgäuer Molkereien Probleme, ihre Milchprodukte durch den Zoll zu leiten. Bisher konnten sie ohne Kontrollen im Binnenmarkt liefern, dann stehe tagelanges Blockieren an. Klar sieht Ferber, „ohne Europa wäre Garnichts besser“.

Europa sei eine Wertegemeinschaft, die es zu erhalten gilt. Durch Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Ernährungssicherheit habe Europa Stabilität. Bei den Wahlen am 26. Mai wollten Parteien hinein, die gegen Europa arbeiten. Durch eine hohe Wahlbeteiligung könnte das vermieden werden. „Kaputtmachen erfordert viel weniger Kraft, als etwas aufzubauen“, wünscht Ferber starkes Interesse der Bevölkerung am EU-Parlament das zu verhindern.

Abschließend erinnerte Martha Hänsler an das Europäische Büro in der Kuttelgasse 22, Memmingen. Dort gebe es viele Informationen zu Europa.

Josef Diebolder (auch Foto)