Volksbegehren Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern: „Rettet die Bienen!“

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Partei Bündnis 90/ Die Grünen haben mit ca. 100 weiteren Unterstützer-Organisationen ein Volksbegehren gestartet. Ziel ist es, das dramatische Artensterben durch ein neues Artenvielfalt-Gesetz zu stoppen. In dem Zeitraum 31.01. bis 13.02.19 besteht die Möglichkeit, sich in den Rathäusern einzutragen. Das Volksbegehren ist erfolgreich, wenn mindestens 1 Million der Wahlberechtigten Bayerns unterzeichnen.

Die Zahl der Insekten und der Vögel ist in den letzten 30 Jahren in einem gravierenden Maße zurückgegangen. Von den 206 bayerischen Brutvogelarten sind 133 auf der roten Liste, d.h. über die Hälfte der Vögel ist bedroht, sagt der LBV. Bei den Insekten spricht eine Studie von einem Rückgang seit 1990 um 76 %.

Wie bei einem Informationsabend am 14. November 2018 in Achsheim (KLB Meitingen) festgestellt wurde, haben  zwar auch die Honigbienen das Problem, nach der Frühjahrsblüte ausreichend Nahrung zu finden, aber für sie können gewissenhafte Imker und Imkerinnen sorgen. Anders sei es bei vielen Wildbienenarten, Fliegen, Grillen und Schmetterlingen. Sie können nicht einfach „umgesetzt“ werden. Klar wurde außerdem, dass es nicht die eine Ursache für das Insekten- und Vogelsterben gibt, sondern dass verschiedene Faktoren zusammenwirken. Einseitige Schuldzuweisungen an Bauern treffen nicht zu und führen auch nicht weiter. Dass dringender Handlungsbedarf besteht, dass mehr als bisher getan werden müsse, darüber waren sich aber Umweltschützer und Imker, Landwirte und Bürger, einig. Nur der Weg dorthin ist, wie so oft, umstritten:

  • Die einen setzen, wie das Volksbegehren es beabsichtigt, auf neue gesetzliche Regelungen, die dem Insekten- und Vogelschutz durch eine Vielzahl an Maßnahmen mehr Priorität einräumt. Diese Maßnahmen sollen auch dazu beitragen, bäuerliche Familienbetriebe zu stützen.
  • Andere befürchten, dass die Lasten des Artenschutzgesetzes zu sehr auf Kosten der Landwirte gehen dürften. Bisherige Fördergelder und somit wichtige Einnahmequellen für naturgerechtes Wirtschaften würden wegfallen. Außerdem stören sie sich an der Zielvorgabe für Biobetriebe.  

In Anlehnung an „Laudato si“, in dem Papst Franziskus in eindrücklichen Worten zum tatkräftigen Handeln für die bedrohte Schöpfung wirbt, ruft die KLB Augsburg ihre Mitglieder und die Bevölkerung auf, sich mit dem Thema und dem Volksbegehren intensiv auseinanderzusetzen, sich eine Meinung zu bilden und dann entsprechend zu handeln.

Link zum Volksbegehren

https://volksbegehren-artenvielfalt.de/