Einblick in den bayerischen Uradel bei der Familie der Freiherren von Gumppenberg

Dienstag, 14. September 2021

Am letzten Augustabend versammelten sich 38 heimatkundliche Interessierte aus Nah und Fern, das heißt sowohl aus dem Dekanat Friedberg und dem Nachbarlandkreis Neuburg-Schrobenhausen als auch aus dem Dekanat Aichach, im Pfarrheim in Pöttmes. Herr Baron Freiherr Franziskus von Gumppenberg brachte uns in rund einer Schulstunde 740 Jahre Familiengeschichte in Pöttmess näher. Familie Gumppenberg ist eine von 8 bayerischen Uradelsfamilien. Sie sind seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Dabei ist die Familie Gumppenberg die einzige, welche ihrem Stammsitz in Pöttmes über 7 Jahrhunderte treu geblieben ist. Das derzeitige Familienoberhaupt, Franziskus von Gumppenberg, steht in der 24. Generation. Er sieht sich in der hohen Verantwortung seiner Vorfahren, das Ererbte nachhaltig zu bewahren und durch die gefährlichen Stürme unserer Zeit zu bringen. Diesen innerlichen, im Herzen tragenden Auftrag möchte er in gutem Einvernehmen mit der Marktgemeinde Pöttmes und seinen Menschen erfüllen. In einem Satz gesagt: Adel verpflichtet. Hervorzuheben ist die Treue und Verbundenheit der Familie Gumppenberg zum Hause Wittelsbach und zum katholischen Glauben über die lange Zeitspanne hinweg. In Pöttmes übt Familie Gumppenberg bis heute auch das sogenannte Patronatsrecht aus. Dies bedeutet Freiherr von Gumppenberg darf dem Bischof einen Pfarrer vorschlagen, den er für geeignet hält. Nach dem Vortrag begab sich die Gruppe unter der Führung von Herrn Freiherrn Franziskus von Gumppenberg und dem Organisator der Veranstaltung, Mathias Gogl aus Schorn, in den Schlossinnenhof. Bei hereinbrechender Abenddämmerung und wolkenbehangenem Himmel setzte Herr Franziskus von Gumppenberg am 1741 erbauten Marienbrunnen seine Ausführungen fort. Der studierte Land- und Forstwirt erläuterte die Besitzverhältnisse im Forst (circa 1000 Ha) und in der Landwirtschaft (circa 200 Ha). Vom Schlossgarten aus konnte die Gruppe einen kleinen Einblick über die große Baukörpersubstanz und die Dachflächen der Gumppenbergs erhalten, welche im Konsens mit dem Denkmalschutz in baulich gutem Zustand mit den entsprechenden finanziellen Mittel gehalten werden muss. Den Abschluss der Führung bildete der Einblick in die 1912 erbaute Hauskapelle im Schloss. Die Stuckaturen ahmen den Stil der Zeit um 1700 nach.

Ein herzliches Vergelt's Gott an dieser Stelle an Herrn Franziskus von Gumppenberg und an Mathias Gogl für diesen schönen, informativen Abend in Pöttmes.

Markus Rasper Bilder: Alois Arzberger