"Wir alle sind aus Sternenstaub" - Vortrag des Astrophysikers Professor Andreas Burkert in Aichach

Mittwoch, 13. März 2019

Im Rahmen einer Vortragsreihe ist es der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Aichach gelungen, mit Prof. Dr. Andreas Burkert, Ordinarius für theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilian Universität München, einen hochkarätigen Referenten zu gewinnen.

Er gab in seinem Vortrag „Sonnen, Mond und Sterne. Woher kommen wir, wohin geht‘s?“ in der "Inghauser Alm" einen Einblick in die unerwarteten Vielfalt und Schönheit unseres Kosmos.

 

Wir leben in einem Zeitalter, das man als goldenes Zeitalter der Astronomie bezeichnen kann; in dem wir erkennen, welche Stellung der Mensch im Universum hat: Wo wir herkommen, wohin wir gehen, und ob es Leben da draußen gibt. Die Astrophysik beantwortet diese Frage mit dem Urknall, der Entstehung der Welt

vor 14 Milliarden Jahren. Seitdem dehnt sich das Universum aus. Es entstanden die Sterne und Galaxien. Aus dem Staub explodierender Sonnen bildeten sich Planetensysteme und die Bausteine des Lebens. Und schliesslich entstand auf einem kleinen blauen Planeten Leben.

 

Die rund 60 Anwesenden beeindruckte der Referent mit beeindruckenden Bildern von der Erde, aufgenommen von der Sonde Voyager in einer Entfernung von 6 Milliarden km. Aus diesem Blickwinkel betrachtet erkennen wir die Erde als kleines, blaues Juwel auf dem die Menschen sitzen. Auf diesem Raumschiff fliegen wir durch die Weite des Universums. Die meiste Zeit sind wir mit uns selbst beschäftigt und damit uns oft gegenseitig das Leben schwer zu machen.

 

Eine sensationelle Entdeckung machte man am 19.10.2017 mit dem Teleskop Pan-STARSS auf Hawaii. Zum ersten Mal beobachtete man einen Kometen, der nicht aus unserem Sonnensystem stammt – also einen interstellaren Kometen. Man gab ihm den Namen „Oumuamua“. Das ist hawaiianisch und bedeutet „Botschafter aus ferner Weite“. Dieser Felsbrocken enthält gefrorenes Wasser. Also gibt es auch außerhalb unseres Sonnensystems Kometen und Wasser – und daher möglicherweise auch Leben. Es gibt Ideen, dass die Bausteine des Lebens über die Kometen auf die Erde gekommen sein könnten. Jedes Atom unseres Körpers war einmal Teil eines Sterns – also sind wir auf Sternenstaub. Eine Reise zu eventuell bewohnbaren Planeten im Universum würde nach derzeitigen Möglichkeiten zigtausende von Jahren dauern.

 

In unserem Sonnensystem kreisen 8 Planeten um die Sonne. Die Sonne schützt uns durch die Sonnenwinde, wie eine Glucke mit ihren Flügeln vor den Gefahren des Weltalls. Sie hat also nicht nur die Rolle uns mit Energie zu versorgen. Nur in einer kleinen Zone, in der Erde und Mars sich bewegen ist Leben in unserem Sonnensystem möglich. Auch der Mars hatte mal flüssiges Wasser.

 

Abschließend gab der Wissenschaftler den Zuhörern mit auf den Weg: Wir müssen unser kleines blaues Raumschiff pflegen und erhalten. Wir haben kein 2. Raumschiff. Es gibt keinen Plan B. Wenn wir dieses Raumschiff unbewohnbar machen, dann ist Schluss.

 

Hubert Echerer

Professor Dr. Andreas Burkert sprach am 30. Januar 2019 in Igenhausen