Großes Interesse bei Filmabend mit Reporter des Bayerischen Rundfunks

Dienstag, 10. März 2020

Babenhausen. „Europas dreckige Ernte“ hieß der Film, den Jan Zimmermann mit Vanessa Lünenschloß gedreht hatte. Die BR-Filmemacher berichten darin über das Leid von Erntearbeitern in Spanien und Italien. Auf Einladung des Katholischen Landvolks, dem Katholischen Frauenbund und dem Bund Naturschutz, war Jan Zimmermann zu Gast bei der Filmvorführung. Die Veranstalter und der Journalist waren gleichermaßen erfreut über die große Resonanz, kamen doch 120 Interessierte in die JuBi.

Die Film-Dokumentation zeigt, wie zehntausende Flüchtlinge und Migranten aus Afrika in der Landwirtschaft brutal ausgebeutet werden. Sie ernten in Spanien und Italien Obst und Gemüse, das in Deutschland zu Billigpreisen verkauft wird. Jan Zimmermann berichtete von den Schwierigkeiten bei der Entstehung der Filmaufnahmen. Dennoch gelang es ihm, mit den unterschiedlichen Akteuren ins Gespräch zu kommen und entsprechende Filmaufnahmen zu machen. So kommen Erntehelfer, Bauern, Gewerkschaftler, aber auch Politiker und Chefs von Vertriebsgenossenschaften zu Wort. In dem von Landvolkreferent Roman Aigner moderierten Gespräch verdeutlichte der engagierte Journalist, wie der Preisdruck der Lebensmittelkonzerne jeweils nach unten weiter gegeben werde. Klar ist: Der niedrige Preis unserer Lebensmittel ist nur möglich, indem Erntehelfer unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und leben müssen. Jan Zimmermann ging auf die zahlreichen Fragen des Publikums ein. „Jeder kann sich vorstellen, dass ein Kilo Orangen, das 49 Cent kostet, nicht unter fairen Bedingungen hergestellt sein kann.“ Gemeinsam unterstrichen viele Anwesende die Macht der Konsumenten. So habe jeder Einkauf eine (markt)politische Bedeutung. Andere empfahlen, beim Einkauf möglichst regionale Lebensmittel bzw. Fair-Trade-Produkte zu kaufen.

Zuletzt bedankte sich Jan Zimmermann bei den Anwesenden, weil erst durch ihren Rundfunkbeitrag so eine aufklärende und enthüllende Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens möglich ist.

Roman Aigner, KLB Augsburg

Foto: Rebecca Sailer