Katholisches Landvolk nimmt Stellung: „Für ein gastfreundliches Land!“

Donnerstag, 19. Juli 2018

Landesausschuss der KLB tagte in Nürnberg

 

Der Landesausschuss der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Bayern hat am vergangenen Wochenende in Nürnberg mit einstimmigem Beschluss den Landesvorstand aufgefordert, sich kritisch zur aktuellen Debatte um Geflüchtete zu äußern. Die Delegierten aus allen sieben bayerischen Diözesanverbänden äußerten ihr Entsetzen darüber, wie von Seiten einiger Parteien und einzelner Regierungsmitglieder Menschen in Not und diejenigen, die diesen helfen, diffamiert und z.T. als Straftäter hingestellt werden.

 

Irmgard Haas, Landesvorsitzende der KLB Bayern, zitiert aus der vom KLB-Landesvorstand am Mittwoch verabschiedete Erklärung „Für ein gastfreundliches Land“:

„Es ist unerträglich, wenn Menschen, die aus Not – und sei es nur wirtschaftliche Perspektivlosigkeit – und unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat fliehen, als ‚Asyltouristen‘ und ‚Kriminelle‘ verunglimpft werden.“

 

Weiter heißt es in der KLB-Erklärung „Für ein gastfreundliches Land!“:

 

„Ebenso unerträglich ist es, wenn diejenigen, die diesen Menschen in Not helfen und beistehen, beschimpft und zu Straftätern erklärt werden. Von den Vertreterinnen und Vertretern demokratisch gewählter Parteien, insbesondere aber von Mitgliedern der Regierungen von Bund und Ländern muss man erwarten können, dass sie ihre Wortwahl nicht an rechten Randgruppen ausrichten und damit zur Verrohung unserer Gesellschaft beitragen! Das gilt auch und ganz besonders in Zeiten des Wahlkampfs.“

 

Wolfgang Scharl, Präsident des Internationalen Verbandes Katholischer Ländlicher Erwachsenenbewegungen (FIMARC), zeigt die europäische Perspektive auf:

„Wir setzen uns für ein geeintes Europa ein. Dabei ist es wichtig, dass europaweit gleiche und gerechte Bedingungen für Flüchtlinge geschaffen werden. So fordern wir politisch Verantwortliche dazu auf, sich für einen fairen Verteilungsschlüssel einzusetzen, Lasten gerecht zu verteilen, an den europäischen Außengrenzen Menschen in Lebensgefahr zu retten und in Notlagen zu unterstützen und eine Politik der gemeinsamen Verantwortung zu gestalten.“

Weitere Themen des KLB-Landeausschusses in Nürnberg waren die Partnerschaft der KLB mit der Landvolkbewegung im Senegal sowie der Start eines Verbandsentwicklungsprozesses.

 

 

Landesgeschäftsführer Martin Wagner im BR anlässlich der Stellungnahme der KLB Bayern: https://www.br.de/mediathek/video/krise-der-csu-seehofer-wehrt-sich-gegen-soeder-kritik-av:5b50c2fa092c0b001844356e