Pfarrer Michael Mayer feiert diamantenes Priesterjubiläum

Dienstag, 29. Mai 2018

Ottobeuren/Erkheim jd

Im Kloster Ottobeuren feierte Pfarrer Michael Mayer sein Diamantenes Priesterjubiläum im Kreise von Freunden und Verwandten. Mit einer Andacht in der Basilika unter Leitung von Altabt Paulus Weigele begann das 60jährige Priesterjubiläum.

Bis vor wenigen Wochen konnte Pfarrer Michael Mayer noch in seiner langjährigen Pfarrei Erkheim leben. Nun verlangten es seine gesundheitlichen Bedürfnisse in der Ottobeurer „Hafnervilla“ zu sein.

Das bewegte Leben des, am 12. Oktober 1931 geborenen Bauernsohnes aus Eheim (Markt Rettenbach) zeichnete sein Neffe Hans Mayer nach. Mit 13 Jahren sei er an das bischöfliche Knabenseminar nach Dillingen gegangen. Nach seinem Abitur 1952 sei er an das Priesterseminar gewechselt. Bis heute berühre es ihn, als er sein Firmpate wurde. Nach seiner Priesterweihe durch Bischof Freundorfer, am 18. Mai 1958 mit 12 Kommilitonen erlebte Hans Mayer intensiv die feierliche Primiz am 25. Mai in Ottobeuren hautnah mit und bewunderte die vielen Besucher. Später sollten viele Weggefährten von Michael Mayer auch seine Freunde werden. Denn Pfarrer Mayer wurde 40 Jahre lang Landvolkpfarrer im Dekanat und sein Neffe Geschäftsführer der Landvolkbewegung. Prälat Paul Wohlfrom wurde Bayerischer Landvolkseelsorger und Monsignore Otto Baumgärtner Pfarrer in Bad Wörishofen. Bis heute blieb Hans Mayer sein Primizspruch in guter Erinnerung: „Der Priester muss Mitleid haben können mit den Unwissenden und Irrenden, da ja auch er selbst mit Schwachheit geschlagen ist“ (Hebräer 5,2).

Die ersten Aufgaben erhielt Michael Mayer als Kaplan in Großaitingen und fünf Jahre in der Pfarrei „Herz Jesu“ in Pferrsee, dann zwei Jahre Benefiziat in Marktoberdorf. Seit 1966 sei Mayer Pfarrer in Erkheim, mit Schwaighausen und Holzgünz gewesen.

22 Jahre später, erinnert sich der Laudator, habe ein Schwaighausener seinen Pfarrer betrachtet: „Michael bestach nicht durch große Worte, sondern durch Güte, Menschlichkeit, Bescheidenheit und trockenem Humor“. Dies habe ihn durchs Leben bewegt. Gerne sei er als „Biker mit seiner 750er“ zu den Gottesdiensten gefahren. Selbst bei den Dorffesten und in den Vereinen hätten alle auf seine amüsanten Verse gewartet. Nicht immer auf die feine Art, sondern deftig mit Humor gewürzt, skizzierte er die Menschen und ihr Leben. So habe er gerade in Erkheim die beiden Glaubensgemeinschaften befriedet.

Als Dekan von Ollarzried bis hinter Kettershausen habe er auch Neuinstallationen von Priestern oder deren Abschied begleitet.

Nicht zuletzt in seiner großen Familie sei er Zelebrant von Hochzeiten, Taufen, Jubiläen und Beerdigungen gewesen. Heute, so sein Neffe Hans Mayer sei er nun selbst auf die Hilfe anderer angewiesen. „Ja, Michael wir danken Dir für deinen Dienst als Priester und Mensch“, sammelte der Laudator hohes Lob für sein Vorbild im Glauben. Ein Leben lang forderte der Priester auf, „fröhlich zu leben“.

Josef Diebolder, KLB Ottobeuren